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Innovation

21 Innovationsmethoden aus den besten Innovationsbüchern

Jeden Monat erscheinen Hunderte Bücher, Artikel und Frameworks, die alle versprechen, der entscheidende Hebel im Wettbewerb zu sein. Doch ehrlich gesagt machen nur wenige davon wirklich einen Unterschied.

Wir haben die Buzzwords aussortiert und die wirkungsvollsten Innovationsmethoden aus den besten Büchern für Sie zusammengestellt. Ob Sie komplexe Probleme lösen, mutige Ideen testen oder aus einer Sackgasse herauskommen wollen – diese Methoden funktionieren.

Tauchen wir ein in die Methoden, die tatsächlich Wirkung entfalten.

Was sind Innovationsmethoden?

Innovationsmethoden sind strukturierte Techniken, die Einzelpersonen und Teams dabei unterstützen, Probleme zu lösen, Ideen zu entwickeln und diese in realen Mehrwert zu überführen. Sie sind Teil eines umfassenderen Innovationsprozesses, der typischerweise Phasen wie Ideengenerierung, Testen, Weiterentwicklung und Skalierung umfasst.

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Exhibit 1: 21 Innovationsmethoden und -blöcke

Ob Sie ein neues Produkt auf den Markt bringen, einen Service verbessern oder interne Abläufe neu denken: Innovationsmethoden bieten einen systematischen Weg von Unsicherheit zu Klarheit.

Zu den häufig genutzten Innovationstools zählen Design Thinking mit seinem klaren Fokus auf nutzerzentrierte Lösungen sowie die Lean-Startup-Methodik, die auf schnelle Experimente mit Minimum Viable Products (MVPs) und frühes Kundenfeedback setzt.

Diese Ansätze helfen, Risiken zu reduzieren, Teams auszurichten und Entwicklungszeiten zu verkürzen, indem Aufwand für Ideen vermieden wird, die nicht funktionieren. Innovationsmethoden lassen sich je nach Problemstellung, Team und Kontext einzeln oder kombiniert einsetzen.

Sie fördern kollektive Intelligenz, Co-Creation und kreatives Denken und sichern zugleich einen wiederholbaren Innovationsprozess.

Für welche Bereiche gibt es Innovationsmethoden?

Innovationsmethoden lassen sich in vielen Bereichen und Branchen anwenden – von Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen über Industrie, Energie, Bildung bis hin zu Technologie. Auch wenn sich die konkreten Probleme je nach Feld unterscheiden, bleibt der Kern des Innovationsprozesses gleich: Bedürfnisse verstehen, Optionen entwickeln, testen und skalieren.

In der Lösungsentwicklung helfen Methoden wie Design Thinking und Co-Creation dabei, gemeinsam mit Nutzern zu entwickeln statt nur für sie (Exhibit 2). In der strategischen Planung unterstützen Frameworks wie die Three Horizons oder die Innovation Ambition Matrix dabei, Investitionen über unterschiedliche Zeithorizonte hinweg zu steuern.

In forschungsintensiven Branchen ermöglichen strukturierte Methoden eine systematische Exploration, während sie in digitalen und kreativen Feldern Agilität und Kreativität fördern. In jüngerer Zeit wurden viele Methoden zudem für kollektive Intelligenz adaptiert – etwa zur Ideengewinnung aus Communities, Kunden oder offenen Netzwerken.

Was all diese Bereiche verbindet, ist der Bedarf an einem strukturierten und zugleich flexiblen Ansatz für Innovation. Ob bestehende Lösungen verbessert oder völlig neue entwickelt werden sollen: Innovationsmethoden liefern die Werkzeuge, um mit tiefem Verständnis, schlanken Prinzipien und stärkerer Zusammenarbeit ans Ziel zu kommen.

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 Exhibit 2: Innovationsmanagement-Tools in den Bereichen Foresight, Ideation, Innovationsportfoliomanagement und Innovationsgovernance

Entdecken Sie jede Methode in unserer Innovations-Toolbox

Navigieren Sie durch die wirkungsvollsten Innovations-Tools und -Methoden, kuratiert und bewertet von unseren Experten, um Ihr Innovationsmanagement gezielt zu stärken.

Die 21 einflussreichsten Innovationsmethoden aus den besten Innovationsbüchern

Neue Ideengenerierung und Opportunity Discovery 

Große Innovation beginnt mit den richtigen Fragen. Dieser Abschnitt stellt Innovationsframeworks und Innovationsmethoden vor, die Teams dabei unterstützen, Chancen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erschließen, sei es über Kundenbedürfnisse, interdisziplinäres Denken oder strukturierte Kreativität.

Jeder Ansatz hilft dabei, Probleme zu identifizieren, die es für eine klar definierte Zielgruppe wirklich zu lösen gilt, und schafft damit die Grundlage für wirksame Innovation.

1. Seven Sources of Innovation aus Innovation and Entrepreneurship von Peter Drucker (1985)

Drucker identifizierte sieben verlässliche Quellen für Innovation: unerwartete Ereignisse, Inkongruenzen, Prozessnotwendigkeiten, Branchenveränderungen, demografische Entwicklungen, veränderte Wahrnehmungen und neues Wissen.

Seine zentrale Erkenntnis lautet: Innovation ist systematisch, nicht zufällig. Der Wert dieses Ansatzes liegt darin, Organisationen gezielt auf besonders fruchtbare Felder für bahnbrechende Ideen zu lenken.

2. Jobs-to-be-Done (JTBD) aus Competing Against Luck von Clayton Christensen (2016)

Jobs-to-be-Done richtet den Fokus von Innovation auf das, was Menschen tatsächlich erreichen wollen, ihre „Jobs“, statt auf demografische Merkmale. Kunden „beauftragen“ Produkte und Lösungen, um konkrete Probleme in ihrem Alltag zu lösen (Exhibit 3).

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Exhibit 3: Das Jobs-to-be-Done (JTBD) Statement

Der Ansatz deckt verborgene Chancen auf, indem er sich auf unerfüllte Bedürfnisse konzentriert. Er verlagert das Produktdesign von Features hin zu Ergebnissen und ermöglicht dadurch eine gezieltere, wertorientierte Innovation.

3. Outcome-Driven Innovation aus What Customers Want von Anthony Ulwick (2005)

Outcome-Driven Innovation (ODI) (Exhibit 4) beginnt mit der Identifikation messbarer Ergebnisse, die Kunden erreichen wollen, und priorisiert unerfüllte Outcomes nach Relevanz und Zufriedenheit.

Dieser Ansatz eliminiert Spekulationen, indem Kundenbedürfnisse quantifiziert werden. So wird Innovation klar fokussiert und konsequent an dem ausgerichtet, was für Nutzer wirklich zählt.

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Exhibit 4: Die Outcome-Driven Innovation und Opportunity Map

4. Value Proposition Design aus Value Proposition Design von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur (2014)

Value Proposition Design (Exhibit 5) bietet ein Framework, um Produktmerkmale gezielt mit Kundenproblemen, Nutzenversprechen und Jobs abzugleichen. Es unterstützt Teams dabei, Annahmen sichtbar zu machen, Hypothesen zu formulieren und diese iterativ zu testen.

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Exhibit 5: Value Proposition vs. Kundenprofile

Der zentrale Beitrag liegt darin, Kundenzentrierung in einen strukturierten Designprozess zu überführen. Durch frühes und wiederholtes Testen von Annahmen wird das Risiko eines fehlenden Product-Market-Fit deutlich reduziert.

5. Design Thinking aus Change by Design von Tim Brown (2009)

Design Thinking (Exhibit 6) ist ein nutzerzentrierter Innovationsansatz, der Empathie, Ideengenerierung und Experimentieren in den Mittelpunkt stellt. Teams entwickeln zunächst ein tiefes Verständnis für Nutzerbedürfnisse und prototypisieren sowie testen Ideen anschließend schnell.

Zur systematischen Bewertung von Ideen wurde ein Drei-Linsen-Modell etabliert, das Innovationsvorhaben anhand folgender Fragen einordnet und steuert:

  • Desirability – Wollen Menschen das?

  • Feasibility – Lässt sich das mit vorhandener Technologie und Kompetenz umsetzen?

  • Viability – Kann daraus ein nachhaltiges Geschäftsmodell entstehen?

Der zentrale Mehrwert von Design Thinking liegt darin, kreative Sicherheit zu schaffen und das Risiko des Scheiterns zu senken. Der Ansatz demokratisiert Innovation und verankert sie konsequent in realen Nutzungskontexten.

 

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Exhibit 6: Design Thinking als nicht-linearer Prozess, der kontinuierliches Beobachten, Lernen und Iterieren fördert

6. The Medici Effect aus The Medici Effect von Frans Johansson (2004)

The Medici Effect zeigt, dass bahnbrechende Innovationen an Schnittstellen entstehen, dort, wo Disziplinen, Branchen und Kulturen aufeinandertreffen. Unterschiedliche Perspektiven ermöglichen neuartige Kombinationen.

Der Ansatz ermutigt Teams, Silos aufzubrechen und unerwartete Verbindungen zu erkunden. Er macht deutlich: Innovation entsteht nicht nur durch Tiefe, sondern durch Breite und Offenheit.

7. TRIZ aus And Suddenly the Inventor Appeared von Genrich Altshuller (1984)

TRIZ ist ein strukturierter Ansatz zur Lösung von Innovationsproblemen, der auf der Analyse tausender Patente basiert. Er stellt 40 Prinzipien bereit, um Widersprüche in technischen und organisatorischen Systemen systematisch aufzulösen.

Der Ansatz verlagert Innovation von freiem Brainstorming hin zu ingenieurhaftem Denken und bietet ein wiederholbares Werkzeugset für erfinderische Problemlösung.

8. Blue Ocean Strategy aus Blue Ocean Strategy von W. Chan Kim and Renée Mauborgne (2005)

Die Blue Ocean Strategy (Exhibit 7) beschreibt, wie Unternehmen neue, wettbewerbsfreie Markträume schaffen können, in denen Konkurrenz an Bedeutung verliert. Statt sich in gesättigten Märkten zu behaupten, liegt der Fokus auf Value Innovation.

Durch neue Nutzenversprechen wird Nachfrage erschlossen und nachhaltiges Wachstum ermöglicht.

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Exhibit 7: Marktpositionierung sichtbar machen und abgrenzen vom Wettbewerb mit der Blue Ocean Strategie

Der zentrale Beitrag liegt darin, Wettbewerbsgrenzen neu zu definieren und Konkurrenz damit irrelevant zu machen. Der Ansatz befähigt Organisationen, sich aus der Kommoditisierung zu lösen und durch Differenzierung statt Preiskämpfe zu wachsen.

9. Ten Types of Innovation aus Ten Types of Innovation von Larry Keeley et al. (2013)

Dieses Framework unterteilt Innovation in zehn Typen, von Ertragsmodellen und Prozessen bis hin zu Kundenerlebnis und Marke. Es erweitert den Blick darauf, wo Innovation überhaupt entstehen kann.

Der Mehrwert ist zugleich praktisch und strategisch: Die Kombination mehrerer Innovationstypen führt zu robuster, wirkungsvoller Innovation, die für Wettbewerber schwer zu kopieren ist.

Innovationsprozess-Management und organisatorische Strukturen

Ideen in Ergebnisse zu überführen erfordert mehr als Kreativität und Brainstorming. Es braucht Struktur. Die folgenden Innovationsmodelle zeigen, wie Innovationsprozesse, Teams und Entscheidungsmechanismen organisiert werden können, um Innovation skalierbar umzusetzen.

Dieser Abschnitt beleuchtet unterschiedliche Ansätze zum Aufbau von Innovationsfähigkeiten, abgestimmt auf Zielgruppe und Unternehmenskontext, von offenen Ökosystemen bis hin zu klar strukturierten Phasenmodellen.

 

10. Stage-Gate Process aus Winning at New Products von Robert G. Cooper (1993)

Der Stage-Gate Process strukturiert Innovation entlang klar definierter Phasen mit Go- oder Kill-Entscheidungspunkten (Exhibit 8). Er stellt sicher, dass neue Ideen auf Basis belastbarer Evidenz bewertet werden, bevor sie in die nächste Entwicklungsstufe überführt werden.

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Exhibit 8: Projekte im Blick behalten, Aufgaben effizient steuern und Fortschritte im Projektboard transparent verfolgen

 

Der zentrale Mehrwert liegt in klarer Governance: Der Ansatz balanciert Kreativität mit Disziplin und stellt sicher, dass nur die vielversprechendsten Konzepte Ressourcen und Aufmerksamkeit erhalten.

11. Strategic Innovation aus Ten Rules for Strategic Innovators von Vijay Govindarajan und Chris Trimble (2005)

Strategic Innovation beschreibt, wie neue Wachstumsgeschäfte innerhalb bestehender Organisationen aufgebaut und gesteuert werden können. Der Ansatz empfiehlt eigenständige Strukturen und Führung für Innovationsinitiativen, um sie vor kurzfristigem Leistungsdruck zu schützen.

Sein Beitrag liegt in der operativen Umsetzung langfristiger Innovation. Unternehmen können neue Märkte erschließen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Kerngeschäfts sichern. Die zehn Regeln lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Vergessen Sie einen Teil Ihres bisherigen Wissens

  2. Nutzen Sie Vermögenswerte des Mutterunternehmens

  3. Lernen Sie, wie man lernt

  4. Stellen Sie ausreichend Ressourcen bereit

  5. Schaffen Sie eine eigenständige organisatorische Identität

  6. Sichern Sie starke Unterstützung durch das Top-Management

  7. Managen Sie die Zusammenarbeit zwischen Kern- und Neugeschäft

  8. Planen Sie Skalierung frühzeitig

  9. Messen Sie Lernfortschritt, nicht nur Ergebnisse

  10. Wenden Sie keine Kerngeschäftskennzahlen auf neue Ventures an

12. Open Innovation Funnel aus Open Innovation von Henry Chesbrough (2003)

Open Innovation vertritt die These, dass Unternehmen sowohl interne als auch externe Ideen und Wege zum Markt nutzen sollten. Der Ansatz bricht mit dem geschlossenen F&E-Modell und fördert Zusammenarbeit in Ökosystemen über Unternehmensgrenzen hinweg.

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Exhibit 9: Lösungen für kurz-, mittel- und langfristige Herausforderungen sammeln und zentral auf einer Plattform steuern

Der Nutzen liegt in höherer Geschwindigkeit, besserer Kosteneffizienz und dem Zugang zu einem breiteren Talent- und Technologiespektrum. Innovation wird dabei als vernetzte Aktivität neu gedacht.

Ideen bewerten und Annahmen validieren

Nicht jede Idee sollte umgesetzt werden. Dieser Abschnitt stellt Innovationsmethoden vor, die darauf ausgelegt sind, Ideen zu bewerten, Annahmen zu testen und Lösungen evidenzbasiert zu priorisieren.

Diese Methoden bringen Disziplin in frühe Innovationsphasen. Sie helfen, sich von reiner Intuition zu lösen und Ressourcen gezielt auf Konzepte zu konzentrieren, die den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen.

13. Business Model Canvas aus Business Model Generation von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur (2010)

Das Business Model Canvas (BMC) ist ein visuelles Werkzeug zur Beschreibung, Analyse und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen anhand von neun zentralen Bausteinen (Exhibit 10).

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Exhibit 10: Das Business Model Canvas zur Beschreibung, Analyse und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen

Der Mehrwert liegt darin, Ideengenerierung kollaborativ und überprüfbar zu machen. Teams können schnell pivotieren, Stakeholder ausrichten und neue Geschäftsmodell-Konfigurationen ohne aufwendige Dokumentation erproben.

14. Build, Measure, Learn aus The Lean Startup Method von Eric Ries (2011)

Statt vollständig spezifizierte Lösungen auf Basis von Annahmen zu entwickeln, bauen Teams ein Minimum Viable Product (MVP), testen es mit realen Nutzern, messen Ergebnisse und lernen, was tatsächlich Mehrwert schafft.

Der Ansatz stellt validiertes Lernen über detaillierte Planung und ermöglicht es, Risiken früh zu reduzieren und Entscheidungen datenbasiert zu treffen (Exhibit 11).

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Exhibit 11: Das Business Model Validation Template

Dieser Zyklus verlagert Prozesse von Intuition hin zu Evidenz. Er reduziert Verschwendung, beschleunigt Feedback-Schleifen und ermöglicht es Organisationen, bei Bedarf frühzeitig zu pivotieren. Der zentrale Beitrag liegt darin, Ideengenerierung in einen wiederholbaren, lernbasierten Prozess zu überführen, nicht nur in reine Umsetzung.

15. Metered Assumption Testing aus Discovery-Driven Growth von Rita McGrath und Ian MacMillan (2009)

Metered Assumption Testing ist das Kernprinzip der discovery-driven Planung. Der Ansatz eignet sich besonders zur Bewertung von Ideen in frühen Phasen mit hoher Unsicherheit. Statt auf Prognosen oder detaillierte Businesspläne zu setzen, identifizieren Teams zunächst die zentralen Annahmen, die erfüllt sein müssen, damit eine Idee erfolgreich ist.

Jede Annahme wird systematisch getestet. Fortschritt ist an Lernmeilensteine und gestufte Investitionen gekoppelt. Der zentrale Mehrwert liegt darin, Risiken zu minimieren und gleichzeitig ambitioniert zu bleiben. Ressourcen werden schrittweise freigegeben, nur wenn Annahmen validiert sind. So vermeiden Organisationen, sich zu früh auf ungeprüfte Ideen festzulegen.

Der Ansatz ermöglicht schnellere Kurskorrekturen, effizienteren Ressourceneinsatz und höhere Sicherheit, nur das zu skalieren, was tatsächlich funktioniert. Besonders geeignet ist er für den Eintritt in unbekannte Märkte, den Aufbau neuer Ventures oder das Experimentieren mit neuen Geschäftsmodellen.

Innovationsmethoden zur Beschleunigung der Kundenadoption

Selbst die besten Ideen scheitern ohne Akzeptanz. Dieser Abschnitt stellt Innovationsmethoden vor, die helfen zu verstehen, wie sich Ideen verbreiten, wie die Adoptionslücke überwunden wird und wie Lösungen so positioniert werden, dass sie neue Lead User erreichen.

Diese Methoden liefern zentrale Werkzeuge, um neue Ideen zu skalieren und breitere Märkte zu erschließen.

16. Crossing the Chasm aus Crossing the Chasm von Geoffrey A. Moore (1991)

Crossing the Chasm erklärt, warum viele Innovationen den Sprung von Early Adopters in den Massenmarkt nicht schaffen. Der Ansatz zeigt, wie Lösungen neu positioniert, neu verpackt und fokussiert werden müssen, um pragmatische Käufer anzusprechen (Exhibit 12).

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Exhibit 12: Die unterschiedlichen Arten von Adopters

Der strategische Beitrag liegt in einer klaren Roadmap, um Innovationen über Nischenanwender hinaus in breite, nachhaltige Märkte zu skalieren.

17. Diffusion of Innovation & Bass Model aus Diffusion of Innovations von Everett Rogers (1962, mit späteren Ergänzungen von Frank Bass)

Das Modell von Rogers beschreibt fünf Anwendergruppen, von Innovatoren bis zu Nachzüglern, sowie fünf zentrale Faktoren, die die Adoption beeinflussen. Frank Bass ergänzte dies um ein mathematisches Diffusionsmodell, mit dem sich Adoptionskurven auf Basis sozialer Ansteckung prognostizieren lassen.

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Exhibit 13: Die S-Kurve der Innovationsadoption

Gemeinsam bieten sie ein grundlegendes Rahmenwerk, um zu verstehen, wie sich Innovationen entlang von Innovations-S-Kurven verbreiten und wie Adoptionsstrategien je Segment gezielt angepasst werden können.

Eigenschaften von Innovatoren

Hinter jedem Durchbruch steht eine bestimmte Denkweise. Dieser Abschnitt beleuchtet Innovationsmethoden, die sich auf persönliche Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Denkmuster von Intrapreneuren konzentrieren.

Das Verständnis dieser Merkmale hilft Teams, eine Innovationskultur von Grund auf aufzubauen und diejenigen zu identifizieren, die besonders geeignet sind, Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln anzugehen.

18. The Innovator’s DNA aus The Innovator’s DNA von Jeff Dyer, Hal Gregersen, und Clayton Christensen (2011)

The Innovator’s DNA beschreibt fünf zentrale Verhaltensweisen, die individuelle Innovationsfähigkeit prägen: Hinterfragen, Beobachten, Vernetzen, Experimentieren und Assoziieren (Exhibit 14).

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Exhibit 14: 10 Gewohnheiten in innovativen Unternehmen

Die zentrale Erkenntnis lautet, dass Innovation erlernbar ist. Durch das gezielte Fördern dieser Verhaltensweisen können Organisationen anpassungsfähigere und kreativere Führungskräfte entwickeln.

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Neue Entwicklungen zu steuern bedeutet, die richtige Mischung zu wählen. Dieser Abschnitt stellt Methoden vor, mit denen Organisationen kurzfristige Erfolge und langfristige Wetten ausbalancieren können.

Durch die Ausrichtung aller Aktivitäten an strategischen Zielen stellen diese Werkzeuge sicher, dass Ressourcen sinnvoll über Projekte mit unterschiedlichen Risiken, Zeithorizonten und Wirkungspotenzialen verteilt werden. Man kann es als intelligentes Investieren verstehen, für die eigene Entwicklungs-Pipeline.

19. Competitive Positioning Options aus Competitive Advantage von Michael E. Porter (1985)

Porters Wettbewerbsstrategien zeigen, wie Unternehmen durch Kostenführerschaft oder Differenzierung Wettbewerbsvorteile erzielen können, indem sie ihre Wertschöpfungsaktivitäten gezielt ausrichten.

Der Beitrag dieses Ansatzes liegt in der direkten Verknüpfung von Innovation und Geschäftsstrategie. Unternehmen können Innovation bewusst über Prozesse, Produktgestaltung und Leistungserbringung steuern, indem sie analysieren, wo Wert entsteht oder verloren geht.

20. Three Horizons Framework aus The Alchemy of Growth von Baghai, Coley, und White (1999)

Das Three Horizons Framework unterteilt Innovationsaktivitäten in drei Zeithorizonte: Optimierung des Kerngeschäfts (H1), Aufbau neuer Wachstumsfelder (H2) und Verfolgung disruptiver Chancen (H3) (Exhibit 15).

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Exhibit 15: Das Three Horizon Framework

Er unterstützt Führungskräfte dabei, Ressourcen strategisch über kurz-, mittel- und langfristiges Wachstum hinweg zu verteilen. Der Mehrwert liegt im Ausbalancieren von Stabilität und Erneuerung, ohne eines von beiden zu kannibalisieren. Bansi Nagji und Geoff Tuff (2012) entwickelten das Konzept später zur Innovation Ambition Matrix weiter.

21. Zone to Win aus Zone to Win von Geoffrey Moore (2015)

Zone to Win stellt ein Framework vor, mit dem Innovationsaktivitäten in größeren Organisationen strukturiert werden können. Dazu werden vier klar abgegrenzte „Zonen“ definiert: Performance (Kerngeschäft), Productivity (Kostenoptimierung), Incubation (frühe Innovationsvorhaben) und Transformation (Skalierung disruptiver Initiativen).

Jede Zone verfügt über eigene Kennzahlen, Kulturen und Ressourcenmodelle. So lassen sich Konflikte zwischen kurzfristiger Exzellenz und langfristigen Innovationsvorhaben vermeiden.

Der zentrale Beitrag dieses Ansatzes liegt in der praxisnahen Steuerung von Ambidextrie. Er hilft Unternehmen, operative Stärke mit dem Streben nach disruptivem Wachstum zu verbinden. Besonders relevant ist das Modell für Organisationen, die disruptive Ideen skalieren wollen, ohne ihr bestehendes Geschäft zu gefährden. Moore liefert damit einen Governance-Bauplan für Innovation auf Unternehmensebene.

Wie Sie Innovationsmethoden wirkungsvoll einsetzen

Um den größtmöglichen Nutzen aus den unterschiedlichen Methoden zu ziehen, sollten sie gezielt auf die jeweilige Phase Ihres Innovationsprozesses und die Art der Herausforderung abgestimmt werden. Ob Ideengenerierung, Lösungsvalidierung oder Skalierung, jede Methode hat eigene Stärken.

Beginnen Sie mit einem strukturierten Ideationsprozess. Methoden wie Design Thinking helfen Teams, Probleme sauber zu formulieren, Nutzer früh einzubeziehen und kreative Lösungen auf realen Bedürfnissen aufzubauen. Kundenzentriertes Denken entsteht durch frühe Interaktion, etwa über Interviews, schnelle Experimente oder digitale Befragungen.

Um über inkrementelle Verbesserungen hinauszugehen, eignen sich Methoden, die unkonventionelles Denken und neue Perspektiven fördern. Gemeinsames Brainstorming, kreative Impulse und interdisziplinäre Teams unterstützen mutige Ideen, insbesondere bei komplexen Fragestellungen.

Digitale Plattformen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen standortübergreifende Zusammenarbeit, Ideenbewertungen und transparentes Feedback. So können größere Gruppen eingebunden werden, was besonders hilfreich ist, um neue Chancen über Funktionen oder Märkte hinweg zu identifizieren (Exhibit 16).

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Exhibit 16: Den gesamten Innovationsprozess von der Strategie bis zur Umsetzung mit Innovationsmanagement-Software abdecken

Sobald Ideen entstanden sind, helfen weitere Methoden dabei, zu priorisieren, was vertieft untersucht werden sollte. Kriterien wie Machbarkeit, Attraktivität und potenzieller Impact unterstützen die Entscheidung, welche Konzepte prototypisiert oder getestet werden. Ansätze wie Lean Startup und Rapid Prototyping ermöglichen kleine Experimente, die schnell Erkenntnisse liefern und Risiken reduzieren.

Kurz gesagt: Der wirkungsvollste Einsatz von Innovationsmethoden besteht nicht darin, eine einzelne Methode zu wählen, sondern mehrere gezielt zu kombinieren und jeweils dort einzusetzen, wo sie im Innovationsprozess den größten Mehrwert bieten. Bauen Sie auf Kreativität auf, strukturieren Sie Ihr Denken und stellen Sie den Kunden konsequent in den Mittelpunkt.

Starten Sie systematisch mit Innovation. Heute, mit ITONICS, dem besten Innovationstool.

ITONICS ist eine Innovationsmanagement-Software, die den gesamten Innovationsprozess von der Strategie bis zur Umsetzung abdeckt. Es vereint alle zentralen Anwendungsbereiche in einer Plattform und schafft die Grundlage für wirksames, skalierbares Innovationsmanagement (Exhibit 17).

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Exhibit 17: Ganzheitliche Ideenmanagement-Funktionen in einer Single-Source-of-Truth

Es hilft Ihnen dabei:

Informationssilos auflösen: Verteilte Teams und voneinander getrennte Daten führen häufig zu verpassten Chancen und doppelter Arbeit. Mit ITONICS werden Projektwissen, innovative Ideen und Marktkenntnisse in einer digitalen Plattform gebündelt. So entsteht Transparenz und Ineffizienzen werden reduziert, weil alle auf dem gleichen Stand sind.

Ideenmanagement vereinfachen: Eine große Anzahl von Ideen aus unterschiedlichen Quellen zu steuern, kann schnell unübersichtlich werden. ITONICS ermöglicht es, Ideen aus der gesamten Organisation sowie von Kunden und Partnern in einem strukturierten Ideationsprozess zu sammeln und zu priorisieren. So werden Ressourcen auf die wirkungsvollsten Ideen konzentriert und Zeit für wenig aussichtsreiche Ansätze eingespart.

Fortschritt teamübergreifend verfolgen: Den Status mehrerer Projekte über verschiedene Abteilungen hinweg im Blick zu behalten, ist anspruchsvoll. ITONICS bietet visuelle Dashboards und automatisierte Reports, die einen Echtzeit-Überblick über laufende Projekte liefern. So lassen sich Hindernisse früh erkennen, Risiken identifizieren und Projekte gezielt steuern.

Eine Kultur des Experimentierens fördern: Innovative Durchbrüche entstehen häufig durch Zusammenarbeit. ITONICS ermöglicht es Teams, standortübergreifend in Echtzeit zusammenzuarbeiten, indem Erkenntnisse, Wissen und Updates direkt auf der Plattform geteilt werden. So entsteht eine Innovationskultur, in der starke Ideen aus vielfältigen Perspektiven hervorgehen können.

FAQs über Innovationsmethoden

Was sind die wichtigsten Innovationsmethoden?

Zu den am häufigsten eingesetzten Innovationsmethoden zählen Design Thinking, Lean Startup, Jobs-to-be-Done, TRIZ und Outcome-Driven Innovation. Diese Methoden helfen Teams, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen, Ideen früh zu testen und neue Produkte oder Lösungen mit geringerem Risiko auf den Markt zu bringen.

Jede Methode bietet einen strukturierten Ansatz zur Problemlösung und zur Identifikation neuer Chancen.

 
 

Was ist der Unterschied zwischen einer Innovationsmethode und einem Framework?

Eine Innovationsmethode ist eine konkrete Schritt-für-Schritt-Technik zur Entwicklung oder zum Testen von Ideen, etwa Kundeninterviews oder der Bau eines Prototyps.

Ein Framework hingegen bietet eine übergeordnete Struktur zur langfristigen Orientierung und Entscheidungsfindung, zum Beispiel das Business Model Canvas oder das Three-Horizons-Framework. Methoden fokussieren sich auf konkrete Aktivitäten. Frameworks geben Struktur und Richtung vor.

Wofür ist der Einsatz von Innovationsmethoden sinnvoll?

Richtig angewendet helfen Innovationsmethoden, Unsicherheit zu reduzieren, die Passung zu Kundenbedürfnissen zu verbessern und Ideen in messbare Ergebnisse zu überführen.

Sie ermöglichen ein strukturierteres Arbeiten, beschleunigen Fortschritte und vermeiden Investitionen in Ideen, die nicht tragfähig sind. Zudem verbessern sie die Zusammenarbeit zwischen Teams. Sich stattdessen auf Zufall zu verlassen, ist selten eine gute Managemententscheidung.

Welche Innovationsmethode eignet sich am besten für große Organisationen?

Für größere Organisationen ist eine Kombination aus mehreren Methoden am wirkungsvollsten. Design Thinking und Lean Startup eignen sich auf Teamebene, um Agilität und schnelle Lernzyklen zu ermöglichen. Ergänzend sorgen Stage-Gate oder Zone to Win für Governance, Steuerung und Skalierung.

Der passende strukturierte Ansatz hängt von Ihren Zielen und der Arbeitsweise Ihrer Teams ab.

Welche Innovationsmethode soll ich zuerst anwenden?

Beginnen Sie mit Methoden, die Ihnen helfen, Ihre Innovationslandschaft zu verstehen. Strukturierte Frameworks eignen sich, um bestehende Produkte, Entwicklungsprozesse und Projekte zu analysieren und Schwachstellen sichtbar zu machen.

Im nächsten Schritt sollten Sie Methoden einsetzen, die den Kunden in den Mittelpunkt stellen, etwa Design Thinking oder Jobs-to-be-Done. Sie liefern belastbare Einblicke in reale Bedürfnisse, bevor mit der Umsetzung begonnen wird.

Wie unterstützt Innovation-Management-Software Innovationsprozesse?

Scan relevant data and identify weak Signals in real-time. Backed by NLP technology and named entity recognition, teams have instant access to millions of verified sources.