Typische Fehler vermeiden

Intel hat sein Corporate-Foresight-Programm mit einem klaren Blick darauf aufgebaut, woran Foresight meist scheitert. Trendberichte landen als Hintergrundlektüre in der Ablage. Kleine Teams von Zukunftsforschern erkennen Veränderungen früh, haben aber keinen Einfluss auf die Budgetverantwortlichen. Und Programme, die nur ein einziges Zukunftsbild liefern, verlieren an Glaubwürdigkeit, sobald die Realität davon abweicht.

Für John Miranda, der das Programm geleitet hat, ist verlorenes Vertrauen der schnellste Weg, eine Foresight-Funktion zu beenden. Intels Antwort: Foresight als Netzwerk aus Beziehungen statt als Sammlung von Berichten.

Ein dezentrales Expertennetzwerk

Intel bündelt Foresight nicht in einem einzelnen Team. Das Programm stützt sich auf eine Community aus dem ganzen Unternehmen: Ingenieure, Strategen, Marktanalysten und Nachhaltigkeitsverantwortliche. Miranda hat Mitarbeitende mit Neugier und Vordenkerqualitäten identifiziert, ihre Expertise erfasst und für jedes Themenfeld ein festes Netzwerk aufgebaut.

Das Netzwerk funktioniert, weil es auf Gegenseitigkeit beruht. Die Mitwirkenden erhalten Sichtbarkeit für ihre Ideen, Zugang zum Management und Anerkennung im Unternehmen. Auch Intels Kultur hilft. Die frühen Führungspersönlichkeiten Gordon Moore und Andy Grove haben die Haltung vorgelebt, auf der das Programm aufbaut. Beide flogen Economy. Beide fuhren Kleinwagen auf dem Campus. Diese Bescheidenheit prägt eine Kultur, in der gute Beiträge ernst genommen werden – egal, von welcher Ebene sie kommen.

Ein Trendradar mit dem Trend zu grünen Rechenzentren
Beispiel eines ITONICS Trendradars

Signale, die Entscheidungen auslösen

Die Mitglieder treffen sich mehrmals pro Quartal. Sie interpretieren Ergebnisse, diskutieren die Folgen und begründen, warum ein Signal relevant ist. Intel nutzt ITONICS für die strukturierte Bewertung von Signalen. So werden Hypothesen geprüft, bevor sie das Senior Management erreichen.

Miranda hat gezielt Partnerschaften mit Bereichen wie dem Corporate Strategic Office aufgebaut. So kann auf Erkenntnisse auch eine Umverteilung von Ressourcen folgen.

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„Insights ohne die dazugehörige Veränderung reichen nicht aus.“

John MirandaLeiter des Corporate-Foresight-Programms, Intel

Vier Treiber des Wandels

Das Programm liefert keine Prognosen, sondern Treiber mit mehreren möglichen Entwicklungen. Der erste ist Nachhaltigkeit: Computing verbraucht enorme Mengen Energie. Deshalb überdenkt Intel, wie seine Produkte in eine Kreislaufwirtschaft passen – von einer längeren Lebensdauer bis zum Umgang mit Altgeräten. Der zweite ist dezentrales Computing. Rechenleistung wandert zurück an den Arbeitsplatz. Das erfordert einen anderen Mix aus Chips und Plattformen als eine reine Cloud-Welt.

Der dritte ist GenAI. Intel sieht darin mehr als ein GPU-Thema und betrachtet vor allem agentenbasierte Workloads auf Systemebene. Der vierte sind Geopolitik und Populismus – und der Druck, den sie auf das Vertrauen in Informationen im gesamten Tech-Ökosystem ausüben.

Über Intel

Intel ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien. Gegründet wurde es 1968 von Gordon Moore und Robert Noyce. Intel entwickelt und fertigt Halbleiter, darunter Prozessoren für PCs, Server und Rechenzentren, und zählt zu den bekanntesten Chipherstellern der Welt.

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